ZWEI FILMENDE W-SEMINARE IN DEN BAVARIA-FILMSTUDIOS

Bavaria 8

Gespannt warten die Schülerinnen und Schüler auf die Premiere ihres selbst produzierten Films mit dem Titel "Quid pro quo"

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Freitag morgens um 5.30 Uhr startete der Reisebus in die bayerische Landeshauptstadt mit 25 noch müden Elftklässlern und ihren Seminarleitern Markus Korb und Simon Sperl. Da war es gut, dass die vierstündige Busfahrt noch Gelegenheit gab, den fehlenden Schlaf nachzuholen. In München angekommen blieb auch nicht viel Zeit, denn der Dreh sollte spätestens um 14.30 Uhr fertig sein. Nach einer kurzen Begrüßung durch den Workshopleiter Paddy ging es auch schon ans Eingemachte. Es musste auf die Schnelle ein Drehbuch her. In Kleingruppen wurden verschiedenen Ideen entwickelt. Letztlich entschieden sich die Schüler fast einstimmig für eine schnörkellose und gut darstellbare Story: Ein arbeitslos gewordener, von seiner Frau verlassener und mittlerweile völlig tief gesunkener Russe erhält von einem Zuhälter ein unmoralisches Angebot. Er soll dessen Konkurrenten für eine Millionen Euro aus dem Weg schaffen. "Quid pro quo" ("Dies für das") - mit diesem lateinischen Sprichwort überredet der Rotlicht-Boss den bemitleidenswerten Obdachlosen. Doch ist der Russe dazu überhaupt in der Lage? Es kommt zum finalen Showdown.

2016 10 14 Kamera13Schnell waren Rollen und Aufgaben verteilt. Der reiche Kostümfundus bot für alle Schauspieler die passenden Utensilien, Klamotten und Requisiten. Dann starteten Regisseur Paddy und Kamerfrau Giorgia auf professionelle Weise mit dem Dreh. Alle Szenen wurden mit unterschiedlichen Kameraeinstellungen aufgenommen. Dabei wurden auch die schlummernden Schauspielkünste einiger Schüler geweckt. Jeder war beteiligt, ob in Haupt- oder Nebenrolle, als Statist oder als Tonassistent.

Nach dieser kreativen und lehrreichen Arbeitsphase ging es gleich weiter zur Exkursion in die Bavaria Filmstadt. Originalkulissen von berühmten Filmproduktionen wie "Das Boot" von Wolfgang Petersen wurden besichtigt. Die Schüler durften sich dabei auch selbst vor die Kamera stellen und erfuhren so, wie es z.B. möglich ist, Tag für Tag eine weitere Folge einer Telenovela zu produzieren.

Im Anschluss erfolgte noch eine 90minütige Unterrichtseinheit zu den spezifischen Themen der beiden Seminare. Walter Hölzl, Medienpädagoge und Leiter des Projekts "Das filmende Klassenzimmer", analysierte mit den Schülern Szenen aus bedeutenden Spielfilmen, informierte über die Entwicklung des Films und thematisierte auch die Frage der Manipulation der Wirklichkeit durch Medien.

Schließlich folgte noch der Höhepunkt des Tages mit der Filmpremiere von "Quid pro quo" (in den Hauptrollen Andrej Steinbeck und Leon Teichmann). In der Zwischenzeit hatten nämlich die Profis der Bavaria Filmstadt das Material geschnitten, vertont und digital bearbeitet.

 Text und Bilder: Simon Sperl

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